Das Herz in der Übersicht

Das Herz

Das Herz (Cor) stellt das Zentrum und den Antriebsmotor des Herz-Kreislaufsystems dar. Es liegt im Brustraum hinter dem Sternum (Brustbein) und seine Herzspitze liegt nach links gedreht, weshalb es etwas in den linken Brustkorb des PB ragt. Das normalgroße Herz ist etwa so groß wie die Faust des PB. Es ist ein Hohlmuskel, welcher das Herz zunächst in zwei Hälften teilt, der rechten und der linken Herzhälfte. Hierbei ist immer die Blickrichtung bzw. die Seite vom Patienten aus gemeint. Stehen wir dem Patienten also gegenüber, vertauschen sich aus unserer Sicht die Seiten, was dazu führt, dass bei der Aufsicht auf die Zeichnung eines Herzens die rechte Herzhälfte links zu sehen ist.

Die beiden Herzhälften werden sind dann wiederum unterteilt in je einen Vorhof (=Atrium) und eine Kammer (=Ventrikel), so dass wir vier Räume innerhalb des Herzens haben.

Vorhof und Kammer werden durch sogenannte Segelklappen getrennt. Diese bestehen auf der rechten Seite aus drei Zipfeln (Cuspis), weshalb man hier von der Trikuspidalklappe spricht (von Tri für drei). In der Linken Hälfte besteht diese Klappe aus zwei solcher Zipfel und erinnert hierdurch an die Mitra, dem Bischofshut, weshalb man sie als Mitralklappe bezeichnet. Am Ausgang des Herzens an den Kammern befinden sich sogenannte Taschenklappen. Ihr Name richtet sich danach wohin sie führen. In der rechten Hälfte ist die die Lunge (Pulmo), daher Pulmonalklappe. Links ist es die Aortenklappe, da sie in die Aorta mündet.

Die Klappen funktionieren wie Ventile und sorgen dafür, dass das Blut bei der Kontraktion (Zusammenziehen) des Herzens nur in eine Richtung das Herz verlassen kann und nicht in die falsche Richtung gepresst wird. Auch verhindern sie den Rückfluss des Blutes in das Herz während der Diastole, also der Erschlaffungsphase des Herzens.

„Reizleitungssystem 1“ von J. Heuser – self made, based upon Image:Heart anterior view coronal section.jpg by Patrick J. Lynch (Patrick J. Lynch; illustrator; C. Carl Jaffe; MD; cardiologist Yale University Center for Advanced Instructional Media ). Lizenziert unter Creative Commons Attribution 2.5

Das Herz selber steuert sich weitestgehend selber durch den Sinusknoten (1) und den AV-Knoten (2). Der Sinusknoten liegt oben am rechten Vorhof, neben dem Eingang der oberen Hohlvene ins Herz. Er gibt das Signal an den AV-Knoten, der zwischen Vorhof und Kammer (Atrium und Ventrikel, daher AV-Knoten) der rechten Herzhälfte liegt. Von dort aus geht der Impuls weiter über in das Reizweiterleitungssystem, über das HIS-Bündel (3) und verzweigt sich mehr und mehr über Tawara-Schenkel (4) und Purkinjefasern (5). Letztendlich wird so jede einzelne Muskelzelle zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt angeregt und eine Kontraktion des Herzens ermöglicht.

Zwischen den einzelnen Kontraktionen entspannt sich der Herzmuskel wieder und hat so die Möglichkeit sich wieder mit Blut zu füllen, welches dann bei der nächsten Kontraktion wieder heraus gepumpt wird.

Die Phase des Zusammenziehens und Auswurf des Blutes nennt sich Systole. (Anspannungs- und Austreibungsphase)

Die Entspannungs- und Füllphase nennt sich Diastole.